Vorfreude auf den Geldflut-Brennpunkt der ARD zum DAX-Rekord

Bald ist es wieder soweit. Der deutsche Leitaktienindex DAX steht kurz davor, seinen alten Rekord bei 8151,57 zu überwinden. Die 8000er-Schwelle hat er bereits kurzeitig überschritten (dazu mehr bei meinen früheren Kollegen, die jetzt Feingold Research betreiben). Vielleicht wird dann der eine oder andere am Abend des Tages X, womöglich schon nächste Woche, die ARD-Börsensendung kurz vor der Tagesschau einschalten. Also die Sendung, wo die Kollegen immer wieder aufs Neue versuchen, Wirtschaft und Börse so weit herunter zu brechen, damit auch jeder TV-Zuschauer es verstehen möge. Höchstwahrscheinlich wird der DAX-Rekord dann sogar mit einem Brennpunkt garniert. Und ganz sicher werden uns die ARD-Kollegen dann Experten präsentieren wie Robert Halver, der dann so Sachen in die Kamera sagen darf, wie: „[O]ffenbar wird keine Krise so groß, dass sie nicht durch billiges und viel Geld geheilt werden kann.“ Nun wissen wir nicht so genau, was Halver genau damit meint. Noch viel weniger…

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Die Alarmglocken schrillen laut im Euro-Tower – hoffentlich!

Stellen wir uns am besten auf eine Überraschung am Donnerstag ein. Nach allem, was wir vergangenes Jahr von der EZB gehört und gelesen haben, müssen sich die Währungshüter spätestens seit heute Morgen eingestehen, dass die Ankündigung des OMT-Programms nicht gereicht hat. Die Aussicht auf unbegrenzte EZB-Anleihekäufe in den Krisenländern hat zwar bis vor kurzem noch die Renditen der Staatsanleihen gedrückt. Sie hat aber nicht geholfen, die Kreditzinsen in Spanien und Italien ausreichend zu senken. Die zu hohen Zinsen sind der wichtigste Grund dafür, weshalb zum Beispiel in Italiens Wirtschaft das „Vertrauen“ nicht ein µ gewachsen ist – trotz Montis Reformen. Die ohnehin fragwürdigen Hoffnungen in Berlin und Brüssel sind wie Seifenblasen zerplatzt. Auch Italiens Lieblingspolitiker im Norden Eurolands hat den dramatischen Wirtschaftseinbruch nicht aufgehalten, weswegen er abgewählt wurde. Wegen der hohen Zinsen ist vor allem die Kreditvergabe an die Firmen eingebrochen – obwohl die Nachfrage offensichtlich vorhanden war, wie die…

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Clowns und Populisten entdecken das Krisenmonster

Auf den ersten Blick wirkt es noch niedlich, wie deutsche Kommentatoren Europa zur politischen Krise erklären. Denn die Italiener haben Leute gewählt, die einigen in Brüssel, Berlin oder Frankfurt oder eben auch München so gar nicht richtig passen. Über Italiens Wähler schreibt Stefan Kornelius in der Süddeutschen Zeitung, sie würden die „Medizin, die gegen die Probleme verschrieben wurde, ablehnen“, deswegen drohe jetzt wieder Unheil für das Euroland, das „Monster“ der Krise stehe wieder einmal vor der Tür. Wir sollten aber eher solche Kommentare fürchten und die Einstellung, die dahinter steht. Demnach wäre die Krisenlösung eigentlich so einfach, sie liegt förmlich auf der Hand: „Die Italiener mögen den Euro behalten wollen. Aber sie werden nicht akzeptieren, dass dazu auch die Produktivität im Land steigen muss und nicht nur die Lohnkosten, die Preise und die Schulden“, schreibt der SZ-Mann. Aber zugleich müsse die Politik büßen, weil diese Krise eben doch so „unglaublich…

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Der letzte Tango in Paris

Es ist schon bemerkenswert. Fast ganz Europa fährt seine Importe aus Deutschland zurück – wegen Rezession und mangelnder Darlehen aus dem Ausland. Doch es gibt noch ein Ort im Euroland, wo die Konsumenten und Firmen nichts von Krise wissen wollen: Frankreich. Unsere resistenten Nachbarn kaufen weiter deutsche Autos und Maschinen auf Pump als hätte es nie eine Krise im Euroland gegeben. Es ist schon bemerkenswert. Fast ganz Europa fährt seine Importe aus Deutschland zurück – wegen Rezession und mangelnder Darlehen aus dem Ausland. Doch es gibt noch ein Ort im Euroland,…

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Schäubles Kehrwoche

Anfang des Jahres ist diese peinliche Diskussion über Schwaben in Berlin wieder aufgekocht. Dabei ging es darum, warum in den schwarz-grünen Biedermeiervierteln Prenzlauer Bergs die Schrippen jetzt Wecken heißen und Pflaumenkuchen jetzt Pflaumendatschi genannt werden. Und die Schwaben doch endlich begreifen sollten, dass sie jetzt in Berlin seien und nicht mehr in ihrer Kleinstadt mit Kehrwoche. Kennen wir alles. Interessiert aber keinen Berliner, es wohnt ja kaum noch einer da in diesen Vierteln. Anfang des Jahres ist diese peinliche Diskussion über Schwaben in Berlin wieder aufgekocht. Dabei ging es darum, warum in den schwarz-grünen Biedermeiervierteln Prenzlauer Bergs die Schrippen jetzt Wecken heißen und…

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Crashkurs im Blindflug oder Wie Sparweltmeister Griechenland sogar die Schuldenbremse einhält und niemand weiß, seit wann

Langsam wird klar, warum die Deutschen ihre Schuldenbremse so schnell einhalten wollten. Aus Brüssel meldet die Kommission, die öffentlichen Haushalte haben die Vorgaben sogar krass übererfüllt: Der laut Schuldenbremse relevante Überschuss lag 2012 nach neuester EU-Schätzung bei 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dabei ist eigentlich noch ein kleiner Defizitpuffer von 0,5 Prozent erlaubt (0,35 Prozent für den Bund ab 2016 und für den Gesamtstaat ab 2020). Wäre schon sehr peinlich geworden, wenn ausgerechnet die Griechen oder andere Krisenländer noch vor den Deutschen die Schuldenbremse eingehalten hätten. Ein Scherz? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht! Langsam wird klar, warum die Deutschen ihre Schuldenbremse so schnell einhalten wollten. Aus Brüssel meldet die Kommission, die öffentlichen Haushalte haben die Vorgaben sogar krass übererfüllt: Der laut Schuldenbremse relevante…

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Isa und Georgia tickern die Oscar-Verleihung

Nach dem Ende der FTD leiden manche Kolleginnen unter Langeweile. Macht aber nichts. Schließlich fand am Sonntag die Oscar-Verleihung statt. Da Bewerbungen auf den Job von Steven Gätjen leider erfolglos blieben, haben sich die früheren FTD-Mitstreiterinnen Isabel Gomez und Georgia Hädicke dazu entschlossen, die Veranstaltung vom Sofa aus zu kommentieren. In den Nebenrollen: Bier und Ben&Jerrys-Eis. Niemand hat behauptet, es gehe hier nur um Wirtschaft und Finanzen, getreu dem Motto dieses Blogs „Keine Wunder mehr, nur noch das Geschwätz“ gibt es den Ticker zum Nachlesen – hier: Nach dem Ende der FTD leiden manche Kolleginnen unter Langeweile. Macht aber nichts. Schließlich fand am Sonntag die Oscar-Verleihung statt. Da Bewerbungen auf den Job von Steven Gätjen leider erfolglos…

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Mind the Gap

Oh là là! Wenn das mal nicht aufhorchen lässt: Die konjunkturelle Kluft zwischen den beiden Euro-Schwergewichten Deutschland und Frankreich könnte in diesen Wochen größer denn je seit Einführung der Gemeinschaftswährung sein. Darauf zumindest deuten die jüngsten Umfragen des Londoner Datendienstleisters Markit unter Einkäufern aus diesen beiden Ländern. Während die deutschen Firmenlenker nach dem schwachen Jahresausklang inzwischen wieder Zuversicht schöpfen, befindet sich die Konjunkturstimmung in Frankreich nahe Rekordtief. Oh là là! Wenn das mal nicht aufhorchen lässt: Die konjunkturelle Kluft zwischen den beiden Euro-Schwergewichten Deutschland und Frankreich könnte in diesen Wochen größer denn je seit Einführung der Gemeinschaftswährung…

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Auf zur nächsten Krisenklippe – das 7500 Mrd. Dollar-Problem der Weltwirtschaft

Die Anzeichen der kommenden Krise sind für einige Fachleute nicht mehr zu übersehen: Immobilienblasen in Kanada und Skandinavien; Brasilien erlebt einen Konsumboom auf Pump. Seit 2007 hat der Schweizer Franken rund 30 Prozent und der japanische Yen knapp 50 Prozent an Wert gewonnen. Getreidepreise schwanken an den Terminbörsen wie wild hin und her. Die Aktienindizes in Deutschland und den USA fiebern längst wieder den Höchstständen aus den Tagen vor der Finanzkrise entgegen. Die Anzeichen der kommenden Krise sind für einige Fachleute nicht mehr zu übersehen: Immobilienblasen in Kanada und Skandinavien; Brasilien erlebt einen Konsumboom auf Pump. Seit 2007 hat der Schweizer Franken…

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Deutschlands wundersame Hardcore-Sixpack-Diät

Es ist amtlich: Deutschland hat 2012 eine Schwelle überschritten, die im EU-Scoreboard „zur Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte“ (Sixpack) als Grenzwert vorgesehen ist. Die Bundesbank hat am Dienstag die Leistungsbilanzdaten für Dezember veröffentlicht. Demnach lag der Überschuss vergangenes Jahr bei 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – erlaubt sind aber nur 6 Prozent. Muss Deutschland nun Sanktionen fürchten, wenn es drei Jahre diese Schwelle überschreitet? Es ist amtlich: Deutschland hat 2012 eine Schwelle überschritten, die im EU-Scoreboard „zur Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte“ (Sixpack) als Grenzwert vorgesehen ist. Die Bundesbank hat am Dienstag die Leistungsbilanzdaten…

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