So sieht ein greiser Konjunkturzyklus aus: Schaut nicht auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis sondern auf das Kurs-Lohn-Verhältnis!

 

So sieht ein greiser Konjunkturzyklus aus: Schaut nicht auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis sondern auf das Kurs-Lohn-Verhältnis!

Wer die Tumblr-Notizen dieses Blogs verfolgt, dem ist vielleicht diese eine Grafik aufgefallen, in der ich angeblich ein Deutschland KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) dargestellt habe. Jetzt wo ich darüber im Blog schreiben will, fällt mir allerdings auf, dass ich in der Excel-Tabelle einen typischen Rogoff-Reinhart-Fehler begangen habe: Ich bin einfach in der Spalte verrutscht. Wie es richtig sein sollte, dazu kommen wir gleich. Nur eins vorweg: Der deutsche Aktienmarkt ist tatsächlich in der Realwirtschaft verankert. Allerdings nicht etwa über die Gewinne, wie man meinen könnte, sondern über die Löhne. Und diese interessante Beobachtung deutet wenig überraschend derzeit darauf hin, dass der aktuelle Konjunkturzyklus dem Ende zuneigt. Wir schauen hier also auf empirische Beobachtungen zum Verhältnis der Aktienkurse und der Realwirtschaft. Konkret blicken wir auf die Marktkapitalisierung und das volkswirtschaftliche Einkommen. Beim ersteren geht es einfach darum, dass die Aktienkurse der gelisteten Unternehmen in Deutschland mit der Anzahl der jeweiligen Aktien multipliziert werden….

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Die EZB stößt mit ihrer Euro-Abwertung in Deutschland an ihre Grenzen: Noch steigen die Gewinnmargen, aber die Investitionen erlahmen bereits

Dass der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie jetzt schrumpfende Geschäfte signalisiert, dürfte wohl niemand überrascht haben, der hier häufiger mitliest. Gewöhnlich dauert es aber etwas, bis eine Rezession auch die Gesamtwirtschaft erfasst. Am Arbeitsmarkt in Amerika zeichnen sich bislang noch keine Jobverluste ab – was ebenfalls nicht weiter erstaunt. Denn eine Rezession spüren zuerst immer die Hersteller von Kapitalgütern, während der Rest der Wirtschaft vielleicht noch die vorhandenen Kapazitäten stärker auslastet (aber bereits zögerlicher erweitert); entsprechend steigen noch die Umsätze mit Konsumprodukten. Auch kann noch viel passieren, was die nächste Rezession aufhält. Wir können aber davon ausgehen, dass die US-Industrie derzeit nicht allein unter dem starken Dollar leidet, wie einige Analysten bereits wieder behaupten. Denn die Profitabilität der amerikanischen Privatwirtschaft sinkt bereits seit Anfang 2014, seitdem steigt die Gewinnsumme prozentual langsamer als die Lohnsumme. Wenngleich die starke amerikanische Währung jetzt natürlich voll durchschlägt, seitdem die entlastende Wirkung des Ölpreisverfalls auf die…

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Das (Kredit)-Zinsdesaster Eurolands wird noch schlimmer

Wenn Mario Draghi heute vor die Presse tritt, wird er keine schönen Nachrichten präsentieren. Die Zinsen für Unternehmen im Euroland (im Kreditneugeschäft) gehen mittlerweile noch stärker auseinander als bereits in den ersten Monaten des Jahres. Das geht aus der neuesten Zinsstatistik der EZB hervor. Dass der Handlungsbedarf akut ist, sollte so langsam jedem klar sein. Egal ob bei Währungshütern oder Politikern… Das sind alles keine guten Vorzeichen für die weitere konjunkturelle Entwicklung des Eurolands und auch Mittel- und Osteuropas. Vielleicht sollte die EZB (und vor allem die Bundesbank) doch über ihren Schatten springen und endlich etwas tun, aber warten wir ab, was Draghi nachher zu sagen hat. Zur Erinnerung: Wie die EZB das Auseinanderdriften der Kreditzinsen misst, dazu siehe hier im Blog. Notenbanker schauen dabei auf etwas, was erst einmal schrecklich technisch klingt: den Variationskoeffizienten (das ist die Standardabweichung der Zinsen dividiert durch deren Mittelwert). Wenn Mario Draghi heute vor…

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Wann wirft die EZB ihre „Notenpresse“ wieder an?

Ja, wir müssen darüber nachdenken, ob und wie die EZB ihre (elektronische) Notenpresse wieder anwerfen wird. Auf der gestrigen EZB-Pressekonferenz wurde eins klar: Der alte Draghi-Trick mit den negativen Zinsen funktioniert nicht mehr. Die Markteilnehmer haben ihn längst durchschaut. Seine Äußerungen dazu waren (zunächst) einfach nur ein simpler Versuch Draghis, verbal an den Zins- und Devisenmärkten zu intervenieren. Denn so wollte der schlaue Notenbanker die Euro-Währung und die Geldmarktsätze drücken. Was Anfang Mai noch klappte – es funktioniert nicht mehr. Ja, wir müssen darüber nachdenken, ob und wie die EZB ihre (elektronische) Notenpresse wieder anwerfen wird. Auf der gestrigen EZB-Pressekonferenz wurde eins klar: Der alte Draghi-Trick mit den negativen Zinsen…

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Die EZB sollte gleich auf Null senken, sonst droht eine heimliche Zinserhöhung

Könnte es eigentlich sein, dass die EZB einen Fehler begeht, wenn sie ihren Leitzins nicht vorsorglich auf 0 Prozent senkt? Wenn schon negative Einlagenzinsen sicherlich nicht die Kreditvergabe der Banken anregen werden. Und wenn auch Minuszinsen kaum dazu führen werden, dass der Interbankmarkt wieder anspringt – der Markt, wo sich Banken untereinander Geld verleihen. Es ist eine reale Gefahr und sie klingt zunächst einmal paradox: Senkt die EZB nicht auf Null, könnte es im Juni unerfreulicherweise dazu kommen, dass die Geldpolitik wie von Zauberhand wie eine Zinserhöhung wirkt. Und dies würde die Krisenwirtschaft des Eurolands noch mehr abbremsen. Woran liegt das? Viele Analysten und Investoren stellen sich derzeit auf den Moment ein, wo die Überschussreserven der Banken auf weniger als 200 Mrd. Euro sinken. Denn ungefähr ab dieser Schwelle, so ihre Faustregel, sollte der EZB-Leitzins wieder langsam seine alte Bedeutung gewinnen, die er früher einmal hatte – die er jetzt…

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Nimm die letzte Ausfahrt, EZB: Quantitative Lockerung!

Negative Zinsen gehen also nach hinten los. Zumindest solange die Banken in Euro-Raum auf mehr Reserven von der Notenbank angewiesen sind – mehr, als sie eigentlich für ihre täglichen Geschäfte brauchen. Befürworter negativer EZB-Einlagenzinsen bringen immer wieder einen interessanten Punkt an: Sie glauben, dass vor allem deutsche Banken Reserven im Euro-System der Notenbanken halten. Und das soll diesen Häusern verleidet werden – mit negativen Einlagenzinsen. Negative Zinsen gehen also nach hinten los. Zumindest solange die Banken in Euro-Raum auf mehr Reserven von der Notenbank angewiesen sind – mehr, als sie eigentlich für ihre täglichen Geschäfte…

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Die Logik negativer EZB-Zinsen

Fangen wir mit einem Beispiel aus der Flugwelt an und stellen uns folgendes vor: Alle Fluggesellschaften Europas müssen plötzlich neue Steuern zahlen und zwar nur auf das Volumen in den Reserve(!)-Tanks ihrer Transatlantikflieger… Werden Flugtickets nach Amerika danach teurer oder günstiger? Die meisten von uns werden wahrscheinlich sofort sagen: Natürlich verteuern sich die Tickets! Gut, Zweifler werden noch anmerken, dass wir den Wettbewerb nicht vergessen sollten. Die eine oder andere Fluggesellschaft nimmt sicherlich lieber weniger Gewinnmarge in Kauf anstatt die höhere Kosten komplett ihren Kunden aufzudrücken. Aber kann sich jemand vorstellen, dass die Flugtickets bei allen Airlines durch diese Steuer wenigstens günstiger werden? Und nun übertragen wir das Ganze in die Welt der Notenbanken: Wir stellen uns vor, die EZB würde plötzlich Zinsen auf (Überschuss)-Reserven verlangen, die Geschäftsbanken bei ihr hinterlegen. Glaubt jemand daran, dass die Banken dann den Preis (also den Zins) für den Kredit senken werden, den sie…

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1996 – das Jahr, als Europa das erste Mal starb

Viele wundern sich, woher nur das viele Geld kommt, mit dem wir Deutschen die ganze Welt überschwemmen. Natürlich nicht als Geschenk, sondern als Kredit oder als Investition in mehr oder weniger obskure Finanzprodukte. Gewaltige Verlustrisiken natürlich immer mit inbegriffen – gestern Europa und die USA und heute sind wieder einmal die Asiaten dran. Es soll auch noch einige geben, die sich ernsthaft wundern, woher nur diese Blasen an den Finanzmärkten kommen, von denen immer alle reden – ob sie nun New Economy, Subprime in Amerika oder Immobilienboom in Spanien heißen. Da gibt es zum Beispiel Leute mit komischen Vorstellungen über die Rolle der Notenbanken in dieser Krise. Und dann gibt es Leute wie EZB-Chef Mario Draghi, der es irgendwie lustig fand, auf dem Euro-Gipfel im März die Staats- und Regierungschefs ein bisschen zu verarschenwirren. Signore Draghi jongliert mit Äpfeln und Birnen Naja zugegeben, Draghi gelang es, uns nur ein wenig…

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Schön den Ball flach halten, Frau Merkel: Deutschland braucht noch lange keine höheren Zinsen! #AngstOfTheWeek

Mario Draghi würde wohl mit seinem trockenen Humor sagen, diese Rede von Angela Merkel sei wieder so etwas wie die „Angst of the Week“. Nach einer Woche Aufregung weiß keiner mehr, was eigentlich der Grund für den ganzen Bohei war: Deutschland brauche angeblich höhere Zinsen, sonst droht das Land erneut zu überhitzen. Es ist schon erstaunlich, wer der Bundeskanzlerin solch eigenartige Reden schreibt. (Eric Bonse fürchtet, dass es sich hier um eine gezielte Attacke auf die EZB aus Deutschland handelt, was es nur noch schlimmer machen würde, wenn es stimmen sollte). Nun soll hier nicht behauptet werden, dass die Sorgen vor neuen Kreditexzessen in Deutschland – möglicherweise wegen zu niedriger Zinsen – unbegründet sind. Welche Folgen eine zu starke Kreditaufnahme von Unternehmen und Haushalten haben können, werden wir gleich noch sehen. Doch wäre es schön, wenn wir alle versuchen würden, weniger Panik und Verwirrung zu verbreiten, wenn es um das…

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Die dreiste Hobbyökonomin

Irgendwie ist das ja ganz witzig – die Vorstellung, wie sich unsere Kanzlerin auf dem Sparkassentag auf die Bühne stellt und bei einem dialektischen Kurzvortrag mal eben die Interessenkonflikte in der aktuellen Euro-Geldpolitik erklärt. Und im Publikum mit Mario Draghi der in Europa dafür zuständige Fachmann andächtig lauscht. In Wahrheit ist dieser Vorstoß aber unverfroren. Und die Aussagen von Merkel in Dresden noch nicht einmal richtig. Irgendwie ist das ja ganz witzig – die Vorstellung, wie sich unsere Kanzlerin auf dem Sparkassentag auf die Bühne stellt und bei einem dialektischen Kurzvortrag mal eben die Interessenkonflikte in…

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