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Wir verkaufen mehr Autos in China als wir Waren nach Frankreich exportieren

Ein kleines (gewagtes) Gedankenexperiment: Hier hatte ich es schon erwähnt. Die drei großen deutschen Autokonzerne verkaufen Kraftfahrzeuge in China, wovon nach Unternehmensangaben fast 90 Prozent in der Volksrepublik hergestellt werden. Das war im Gesamtjahr 2012 nicht viel anders – obwohl BMW Mitte vergangenes Jahres seine Produktionskapazitäten verdoppelt hatte – auf 200.000 Fahrzeuge. Allerdings produzierte Volkswagen 2012 allein in seinen Joint Ventures 2,6 Mio. Fahrzeuge. (Alle anderen Quellen finden sich hier.)

Nun einmal so rein hypothetisch angenommen, dass 10 Prozent der ausgelieferten Fahrzeuge aus Deutschland importiert wurden. Bei Destatis* wiederum können wir herausfinden, dass der deutsche Autoexport nach China 2012 bei 12 Mrd. Euro lag. Dann lässt sich doch ganz unwissenschaftlich und grob schätzen: Dass alle Autos deutscher Konzerne einen Exportwert von rund 120 Mrd. Euro gehabt haben dürften. Und nun vergleichen wir diese 120 Mrd. Euro einmal mit folgender Tabelle von Destatis:

Bildschirmfoto 2013-07-23 um 21.23.21Das würde doch bedeuten: Wenn die Autos in China im Schnitt genau so viel wie die Importwagen kosten würden, hätte dies den deutschen Konzern vergangenes Jahr Umsätze von 120 Mrd. Euro eingebracht. Was natürlich nicht so ist. Und Gewinne müssen sich die Unternehmen weiterhin mit den chinesischen Partnern teilen. Aber vielleicht wird jetzt etwas klarer, warum unser Export so langsam eine immer geringere Rolle spielt – zumindest in Fernost.

* Bei Destatis unter Code 51000-0010 einfach nach der Warenverzeichnisnummer WA8703 suchen und als Land Volksrepublik China (STLAH720) auswählen.

 

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