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Meine Stimme aus Wien: Neue Geschäftsmodelle in Zeiten des Abschwungs

Der Konjunkturzyklus in den USA gibt noch immer Rätsel auf. Die Währungshüter der Notenbank Federal Reserve stochern im Nebel herum und verwirren die Marktteilnehmer noch zusätzlich mit ihren Aussagen. Dabei datiert die Industriestaatenorganisation OECD den Höhepunkt des vorigen Aufschwungs bereits auf Juli 2015 – seitdem erlebt die USA also einen Abschwung, der in einer Rezession mit Jobabbau und mauen Zuwächsen oder sogar schrumpfender Wirtschaftsleistung enden kann.

Wir haben an dieser Stelle öfter dokumentiert, dass seit Sommer 2015 die Konjunkturpessimisten lauter werden. Ihre wichtigsten Argumente: Die Profitabilität der Unternehmen geht zurück und seit vorigem Jahr sinken die Investitionen. Neu ist jetzt, dass seit dem Frühjahr der Privatkonsum schneller wächst als das Gesamteinkommen der Amerikaner, dessen Wachstum durch die nachlassenden Investitionen erlahmt.

Das alles zusammen ergab in der Vergangenheit immer wieder die Zutaten für eine Wirtschaftskrise. Dem wird sich Europa kaum entziehen können. Deutschland lebt derzeit von höheren Staatsausgaben wegen der Flüchtlinge sowie Impulsen aus dem Kreditgeschäft der Unternehmen. Von stabilem Aufschwung fehlt jede Spur, genau wie in Österreich, wo die Wirtschaftsleistung nach Eurostat-Angaben im Frühjahr stagniert hat.

Nur gut, wenn ein Unternehmen in einer strukturell gesunden Branche wirtschaftet. Denn hier gilt: Wer im Abschwung als Erster seine Investitionen hochfährt, wird im nächsten Aufschwung die Nase vorn haben, wenn es um die Verteilung von Marktanteilen geht. Eigentlich gilt dies auch für Branchen, in denen das Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert. So viel Mut und Visionen braucht es da gar nicht, um nicht immer wieder in Geschäfte zu investieren, die in anderen Ländern bereits Jahre zuvor gescheitert sind.

Dieser Beitrag erschien als Kolumne im WirtschaftsBlatt vom 23. August 2016.

Foto: Flickr/Jeanne/(CC BY-ND 2.0)
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