Können Deutschlands Ökonomen nicht einfach ehrlich sein, Herr Lucke?

Professor Lucke vom "Plenum der Ökonomen" beschwert sich, dass seine Kritik am Euro-Rettungsschirm bei uns falsch widergegeben wurde. Wir würden den Volkswirten fehlerhafte Berechnungen vorwerfen, schreibt der Initiator des Aufrufs von 190 Wirtschaftsprofessoren aus der vergangenen Woche. Das tun wir aber gar nicht, wir sagen nur, Sie schauen auf die falschen Zahlen. Die Zahlen mit denen sie beweisen wollen, dass der Euro-Rettungsschirm in seinem jetzigen Volumen völlig ausreichend sei - in einem Stadium der Krise, deren Ausweitung nur gestoppt werden konnte, weil die Märkte auf eine Erweiterung des Rettungsschirms setzten durften. Und wir fragen uns besorgt, was wäre wohl an den Finanzmärkten passiert, hätten EU, Euro-Staaten und IWF im Mai 2010 gesagt: So, liebe Griechen, wir geben Euch zwar 110 Mrd. Euro damit ihre drei Jahre lang über die Runden kommt. Aber wehe, Ihr nutzt das Geld für mehr, als nur Eure alten Darlehen zurückzuzahlen. Ihr müsst sofort rabiat sparen, Ihr...

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Deutschlands Top-Professoren blamieren sich

Auf großes Unverständnis und Verwunderung ist in Europa ein Aufruf von 190 deutschen Wirtschaftsprofessoren gestoßen. Darin sprechen sie sich gegen die Ausweitung des aktuellen Rettungsschirms für klamme Euro-Staaten sowie gegen einen permanenten Krisenmechanismus aus. Kurios: Ifo-Chef Hans-Werner Sinn unterschreibt einen Aufruf, der eigentlich seinen eigenen Berechnungen widerspricht. Die Volkswirte schreiben: „Derzeit wird erwogen, das Volumen des Schirms zu vergrößern und ihn als dauerhafte Einrichtung zur Stützung illiquider Staaten vorzuhalten. Jedoch fehlt für beide Maßnahmen eine überzeugende Rechtfertigung.“ Die Ökonomen, die zur Elite der deutschen Wirtschaftsprofessoren zählen, stellen sich damit gegen eine bisher verbreitete Konsensmeinung im Euro-Raum: Demnach dürften die drei Rettungstöpfe, der Euro-Staaten, der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF), nur sehr knapp ausreichen, den gesamten Finanzbedarf Spanien, Irlands, und Portugals bis 2013 zu decken. Zusammen mit dem Widerstand aus den Regierungsparteien im Bundestag gegen ein Ausweitung des Euro-Rettungsfonds, hatte dies Ende vergangener Woche dazu geführt, dass sich die Spannungen...

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