Leipziger Target-Allerlei (Speisekarte für ein Münchner Pressegespräch)
In einem sehr lesenswerten und leichtverständlichen Diskussionspapier zeigen vier Ökonomen von der Uni Leipzig (José Abad, Axel Löffler, Prof. Gunther Schnabl and Holger Zemanek; „Fiscal Divergence, Current Account and TARGET2 Imbalances in the EMU“), wie es zu den Ungleichgewichten im Zahlungsverkehr des Euro-Raums kommen konnte. Die Studie macht sehr schön darauf aufmerksam, dass einseitige Schuldzuweisungen an die Krisenstaaten hier am wenigsten bringen. Denn es gehören am Ende, wie so oft, immer zwei Seiten dazu in diesem Streit, wie Target-Salden im Zahlungssystem des Euro-Raums abgebaut werden können. Die Studie sollte eine Pflichtlektüre für die beiden Herren sein, die am Freitag zusammen mit Hans-Werner Sinn in München vor den Presse treten und erklären wollen, was sie von den angeblichen „Target-Krediten“ der Deutschen Bundesbank halten. Dann könnten sie bei den Leipzigern Volkswirten nachlesen, wie seit der deutschen Einigung über die Jahre hinweg der Euro-Raum bereits auseinander driftete und Deutschland schon frühzeitig immer wieder die...
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