Meine Stimme aus Zürich: Die Soziale Marktwirtschaft bittet zum Update
Ein neuer Film beleuchtet, warum viele Deutsche mit der Wirtschaft unzufrieden sind – ohne Scheuklappen. Wenn in Deutschland über die «Soziale Marktwirtschaft» geredet wird, kann es schnell heiss hergehen. Das bekam vor wenigen Wochen auch die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, zu spüren. Sie hatte sich Anfang März in einer Rede im Bundestag verhaspelt: Die Sozialdemokraten hätten doch in den 1960er Jahren die Soziale Marktwirtschaft auf den Weg gebracht. Die Aufregung war gross in den Kommentaren der etablierten wie der sozialen Medien. Schliesslich, so sagt die Legende, gleisten doch die Christdemokraten das rheinische Wirtschaftsmodell auf, damals im Wiederaufbauboom der Nachkriegsjahre. Im Gedächtnis der Deutschen prägte sich dafür der Name von Ludwig Erhard ein. Der war Wirtschaftsminister von 1949 bis 1963. Im Gegensatz zum angelsächsischen Modell sollte das westdeutsche stärker wirtschaftliche Freiheit und Aufstieg mit sozialem Ausgleich verbinden. Konkurrenz mit Kooperation verbinden Doch die Grundpfeiler des Systems knüpften tatsächlich an sozialdemokratische Gesetze der Weimarer Republik an: Betriebsräte,...
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