Wie der Ölpreisschock doch keine US-Rezession auslöste
Es ist schon beeindruckend, wie die Investitionen in den USA seit Ende 2016 zurückkommen. Seit Sommer 2015 hatte sich zuvor in der amerikanischen Volkswirtschaft ein markanter Abwärtstrend im Kapitalaufbau abgezeichnet: Die Ausgaben der Amerikaner für neue Maschinen und Anlagen sowie Wirtschaftsgebäude oder Patente stiegen langsamer als die Gesamtausgaben. Einige Volkswirte und Konjunkturbeobachter (wie zum Beispiel ich) sahen auch deswegen bereits die nächste Rezession am Horizont heraufziehen. Doch nichts passierte. Im Gegenteil: Die US-Unternehmen schufen weiterhin neue Stellen, was die Nachfrage nach amerikanischen sowie importierten Gütern und Dienstleistungen in den USA immerfort wachsen liess. Der Stellenaufbau schwächt sich seitdem zwar ab – die Jahresrate ist von 2,1% Anfang 2015 auf zuletzt nur noch 1,4% im September (Durchschnitt der beiden Erhebungen) gesunken –, dennoch trug er mit dazu bei, dass die Weltwirtschaft diese schöne synchronisierte Erholung in diesem Jahr erlebt. Ob daraus tatsächlich ein längerer Aufschwung wird, ist derzeit noch unklar – zumindest die...
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