Ganz groß - Alles war uns seit drei Jahren versprochen wurde, lösen diese Schweden ein: Holiday Fun Club aus Stockholm. Joy Division verkleiden sich als Franz Ferdinand und spielen diese an die Wand! Aber sowas. Heute Leipzig.
Das letzte, was ich von Clinic gehört hatte, klang ja so, wie sie schon vor Jahren klangen, doch das hier überrascht dann doch. Sehr fein das…
Auch fein, die erste Single “Free Not Free” vom neuen Album “Do It” gibt es zum Download (frei, allerdings mit Anmeldung).
Dieses großartige Video gefunden auf der Myspace Seite von Holiday Fun Club, und die spielen heute im Roadrunners Paradise. Das dürfte ein großartiger Abend mit Country Musik werden, oder New Wave, oder Post Punk. Iss ja eh alles das selbe…
War ja klar, Phil hat mich nur mitgenommen, damit er nicht allein anderthalb Stunden schweigend bei der am trägemachensten Jazz-Musik der Welt warten musste. So lange starrten wir, kaum ein Wort wechselnd, auf die Bühne des Acud bis endlich Psychocandy darauf erschienen. Wenn eine Veranstaltungsreihe schon Sessioncafé heißt, muss man sich ja über nichts mehr wundern.
Sprachlos war ich dann aber doch wegen dem, was da auf der Bühne passieren sollte. Wegen diesen Italienern aus Perugia. Zum Glück mussten wir ja nicht mehr aufstehen von unseren Barhockern, so wie die anderen 20 Leute im Café ja auch nicht. Wenn wir dazu körperlich überhaupt noch in der Lage gewesen wären. Geistig ja eigentlich schon, aber dann diese einlullende Jazz-Stimmung. Ach nee.
Italienische Zeitungen schrieben wohl irgendwas von (ich kann gar nicht deren Soprano-Sprache; die originale meine ich) „Auf den Spuren von…“ – irgend so einer Band aus irgendwo bei Manchester, die eh keiner kennt (oder besser: seit Kurzem: kennen sollte). Schaut doch selbst bei MySpace! Und hört!
Interessant war noch das menschliche Keyboard. Also nicht die Haltungen der Frau ganz links auf der Bühne. Sondern der Sound, den sie so von sich gab. Oder wie sie ihre Hände um das Mikro hielt. Nein, ich dachte gar nicht … Selbst der Sänger konnte irgendwie ja doch singen, obwohl er eigentlich heiser war. Zweieinhalb Stunden in einem Sessioncafé müssen gar nicht so schlecht sein. Und Schweigen ja sowieso nicht.
ps: Nachdem das Ende der sechskommazweiten Staffel (bei mir kam es ja erst in der ersten Januarwoche an) mich wieder zurück vor den Rechner fesselt, werde ich jetzt in jedem Beitrag hier versuchen, wenigstens einmal das Wort Sopranos auftauchen zu lassen. Naja, vielleicht.
Ach, wenn doch nur alle Lieder Annie Clarks wie dieses klingen würden, oder so ähnlich jedenfalls, vielleicht noch mit etwas mehr Abwechslung, aber genau mit jener Rohheit, dann hätten gestern bestimmt mehr als die rund 40 Leute den Weg zum Lido gefunden. Glaub ich. Ohne Band, genau so wäre St. Vincent echt besser.
Asobi Seksu mit abgestimmtem Sound zu erleben, war schon fast wie Weihnachten. Nach dem Klangbrei im Vorprogramm der Editors im Frühjahr, war ja Schlimmstes zu befürchten gewesen. Doch nicht so am vergangenen Freitag im Roten Salon: Herrliche Krachkaskaden, die sogar die Stimme der Sängerin und nicht nur die noch hindurch ließen, machten mich sehr froh.
Und bei Diego statt Interpol am Tag darauf, eine erfreuliche gute deutsche Band entdeckt. Nichts wirklich Neues. Aber das erwartet man ja selbst von Interpol und den Editors nicht mehr. Dafür klingen sie doch recht frisch. Und wenn Diego nicht aus Karlsruhe kommen würden, hätte ich irgendwie gedacht, dass sie wohl in ihrer Jugend ein paar ostdeutsche Bands zu viel gehörten haben. Und immerhin wollen die Herren wenigstens nicht zu Joy Division tanzen, das werden ab Januar dann sowieso viel zu viele wollen.
The Brunettes danach fielen anfänglich mit hippieesken Anwallungen auf, sodass die Hälfte der begleitenden Menschen gleich nach zwei, drei Liedern vor die Tür des Schokoladens verschwand. Es gibt ja zwei Arten von Selbsthilfegruppen, die sich als Musikanten verkleiden: die guten und die nervigen. Und wenn ich mich zunächst an den Klamauk einer Band wie Architecture in Helsinki erinnert fühlte, schwand der Eindruck zum Glück recht schnell.
Doch auch der Vergleich mit einer dieser guten Gruppe von nördlich des großen Wasserfalls braucht hier nicht gezogen werden: Eher musste ich irgendwie an Velvet Underground denken - nur ohne Drogen und entsprechenden depressionesken Anwallungen. Aber das muss wohl an der Stimme von Jonathan Bree gelegen haben, die wie die von Lou Reed klingt, wenn er damals jeden Tag ins Solarium gegangen wäre. “Ohne Drogen” war sogar sehr wörtlich gemeint von JB, der sich darauf freute, beim nächsten Mal in rauchfreien Räumen in Berlin zu singen.
Und noch ein Junge und ein Mädchen. Allen, die Interpol am nächsten Samstag mal schön Interpol sein lassen und/oder auch kein Brausebier bei Goose trinken wollen, kann nur empfohlen werden, in den Schokoladen zu gehen. In Berlin. Es spielen auf: The Brunettes aus Auckland (NZ) und Diego aus Freiburg oder Karlsruhe (so genau war das nicht heraus zubekommen).
Wußte gar nicht, dass es so einfach ist, ein youtubevideo wie dieses auf seiner Festplatte zu speichern, ich sollte wieder mehr Zeit vor dem Rechner verbringen.
Besonders den ersten Song auf der Myspace-Seite und noch mehr vom Album “Structure and Cosmetics”, im Sommer auf Subpop erschienen, anhören.
Und wer dann doch Interpol vermissen sollte Und dann spielt noch Diego.
Zwischen diesem Wochenende und gestern ist eigentlich rein gar nichts passiert. Leer. Einfach nur leer.
Protocol: Hoffentlich dreht Ihr keinen Scheiß-Film in 30 Jahren über den Jungen und sein Mädchen, nur weil sie so klingen, wie New Order heute klingen würde, wenn der Junge von damals noch leben würde. [Dieser Satz hat einen logischen Fehler, macht aber nichts!]
Control: Wer heute in die einzige Pressevorschau in Berlin geht, und gestern nicht dabei war, bei dem Jungen mit seinem Mädchen, dem kann man nur raten, manchmal länger auf zu bleiben… [Jetzt hab ich es Euch aber gegeben, oder?]
NoProll: Und wer was Ernsthaftes lesen will, der findet hier, wie es in Köln war… Berlin war wunderbar, mit Feuer speiendem Drachen und immerhin zwei Dutzend Leuten. [Aber bitte nie wieder im Zapata.]
ps:: Das T-Shirt des Jungen hat mich zu nullkommanichts inspiriert in diesem Beitrag. [LWTUA CTRL]
Weiß auch nicht so genau, worüber ich mich mehr ärgern soll, dass ich Architecture in Helsinki mal gut fand oder dass die nur noch albernen Hippieklamauk produzieren. So lauter doofe Hippies im Publikum,… Dafür waren Malajube und Stars wunderbar, und das obwohl die Klangmenschen ungewöhnlich lange brauchten, bei beiden Bands den Sound richtig abzustimmen. Als es dann endlich halbwegs stimmte, hat man sogar live die Herren von Malajube verstanden, so rein akustisch, meine ich. Aber das hilft mir jetzt auch nicht weiter.