Journalisten oder Trommelaffen?

February 26th, 2007

Mittlerweile gibt es Medienpreise für “Kritischen Journalismus”. Kritischer Journalismus - das sollte eigentlich eine Tautologie sein, ist es aber nicht.
(…)
Es besteht wie noch nie seit 1945 die akute Gefahr, dass der deutsche Journalismus verflacht und verdummt, weil der Renditedruck steigt; weil an die Stelle von sach- und fachkundigen Journalisten Produktionsassistenten für Multimedia gesetzt werden, wieselflinke Generalisten, die von allem wenig und von nichts richtig etwas verstehen.

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 24./25. Februar 2007

TEMPO zu KLOPAPIER

December 21st, 2006

Ich habe mir TEMPO am Samstag auf dem Bahnhof gekauft. Als ich nach meinem Urlaub zu Hause ankam, gab es leider noch genug Klopapier…

Vor zwei, drei Jahren hat sich die britische Musikjournaille darüber lustig gemacht, wie Kate Moss versucht, sich ein Rockstar zu angeln. Nach der dritten oder vierten Abfuhr, ich glaub es war der Sänger der Kaiser Chiefs, biss nur noch der Drogen-Pete an. Die Häme der Schreiberlinge war ihr gesichert – und zwar auf britische Art.

Die Jubiläumsausgabe der TEMPO macht mit einem Porträt über Moss auf, gleich als zweite größere Geschichte. Die erste über die deutschen Eliten hatte bei mir ein zwiespältiges Gefühl hinterlassen, konnte also nur besser werden. Und vielleicht würde ich endlich eine der viel gerühmten TEMPO-Geschichten zu Ende lesen.
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Große Chefredakteure

November 1st, 2006

… sagen auch mal Sachen wie: “Man muss auch mal ungenau sein, sonst wird Journalismus langweilig!”

Namen sind ja Schall und Rausch. Musste mich nur gestern an diesen Ausspruch erinnern, als ich den Kommentar von Herrn Turi bei Franzi las.

Riesling statt Honorare

November 1st, 2006

Aber Berlin, das wissen wir alle, ist so ein Suffon, wo unglaublich kreativ Bakterien entstehen und Menschen die tollsten Sachen erfinden. Und wenn schon: Ich habe nichts dagegen, in der Redaktion Riesling zu trinken, wenn die Arbeit läuft.

Constantin Rothenburg, Gründer von “Qvest”, auf Welt.de

Jaja, Herr Rothenburg, wenn der Riesling schmeckt, braucht man auch keine Honorare zahlen. Habs ja damals auch gar nicht nötig gehabt…

Und morgen in der Zeitung: Kanadische Hingabe

October 30th, 2006

Wiedermal für die Zeitung die vergangene Konzertwoche zusammengefasst - aber nur das Gute (Metric in Berlin und Junior Boys in Köln). Über das weniger Gute wird geschwiegen (nur soviel: Über Mignon im White Trash am vergangenen Samstag hätte der Teufel vielleicht nur gegähnt), aber über die musste ich auch nichts schreiben. Ganz im Gegensatz zu dem hier (wer nicht klicken will):

Zwei kanadische Bands kommen nach Deutschland und treffen auf ganz unterschiedliches Publikum. Während Metric mehr und mehr Fans zu ihren Konzerten ziehen, stehen die Junior Boys noch am Anfang, die Fans hierzulande zu erobern. Bei ihrem ersten Auftritt in Deutschland vergangene Woche hatten sie noch mit der Erkältung ihres Sängers zu kämpfen. Die dürfte auf den Konzerten am Donnerstag und Freitag in Regensburg und Berlin vorüber sein.
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Jurij Schmidt aus St. Petersburg

October 20th, 2006

Wie zum Beweis, dass die Berliner Zeitung mit ihrem Wochenendeteil immer noch besser ist als der Tagesspiegel. Und das trotz Heuschrecken usw.: Ein Interview mit Jurij Markowitsch Schmidt, einem der Anwälte Michail Chordokowskijs, vom vergangenen Wochenende.

Das Gespäch habe ich erst heute gelesen. Und es geht auch um das hier:

[Es] stirbt ein alter Armenier und sagt auf dem Sterbebett: Schützt die Juden! Die Umstehenden fragen ihn: Aber Väterchen, warum sollen wir denn die Juden schützen? Er antwortet: Wenn sie die Juden umgebracht haben, sind als nächstes die Armenier dran. Heute sieht es dagegen so aus, als sollten die Juden lieber die Kaukasier schützen!

Und vorhin erzählte mir eine Freundin, die jetzt in Moskau arbeitet, von ihrem Lieblingsrestaurant. Die Betreiber sind Georgier und überlegen aus der Stadt wegzuziehen. Es wird immer schlimmer für die Kaukasier dort.

Nicht nur ein schönes Parteilogo

September 15th, 2006

Piraten Partei.png

Dazu ein schneller Kommentarversuch hier.

Das folgende stammt aus Business News, 15.09.2006.

Millionen Menschen tun es täglich in Deutschland. Sie kopieren Lieder, laden sich Filme über Tauschbörsen aus dem Internet runter - und das Ganze ohne einen Hauch von schlechtem Gewissen. Geht es nach Auffassung der neuen Piraten Partei, auch zu Recht. Und dass, obwohl das Treiben der Zeitgenossen nicht immer legal ist.
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Der Mercedes wurde zu einem grünen Gitter

September 14th, 2006

Die Musik kam nicht aus den Lautsprechern des Schwarzen Mercedes. Sondern sie wurde zum Soundtrack für das nächtliche Schreiben. Der Schwarze Mercedes ist dabei schon sehr früh gestorben. Alles fängt jetzt mit einem grünen Gitter an.

Schrottplatz Rostock

Falls es interessieren sollte, wie es dazu kam, hier lesen.

Ins große Blog schreiben

August 17th, 2006

Auf Arbeit gerade mal ins große Blog gepostet, was die Blogger da im Libanon so schreiben.

liquids-on-a-plane.jpg

Am Freitag auch schon über die Blogger nach dem Terroralarm in London und anderswo geschrieben. Bei BoingBoing dieses Bild geklaut.

Könnte ich eigentlich öfter machen. Macht auf jeden Fall Spaß.

… in der Luft [sprachlos]

August 11th, 2006

Terror in der Luft.jpg

Ich sage nichts zu dieser Zeitung, ich muss da ab September arbeiten. Hier nur mal das Titelbild von heute.

Ich warte auch nur darauf, wieviele Zeilen Herr Niggemeier am Sonntag in der FAS bekommt, um die erste Office-Zeitung Deutschlands in die Tonne zu hauen.

“zu ungewöhnlichen Zeiten arbeiten”

August 6th, 2006

Viel zahlen kann Madzia ihnen nicht. Deswegen, gibt er zu, sei die Redaktion auch vom teuren Frankfurt ins günstige Berlin gezogen. “Hier finden wir kreative Köpfe, die zu ungewöhnlichen Zeiten arbeiten.” Außerdem könnten sich die Mitarbeiter in Berlin mit wenig Gehalt mehr leisten.

Ich freu mich trotzdem: Zwei Monate ungewöhnliche Arbeitszeiten ab September. Und vor der Arbeit (ca. 16 Uhr ) treff ich noch schnell meine HartzIV-Freunde auf einen Kaffee.

[via]

Klappe Halten auf Polnisch

July 14th, 2006

Die mögen mich nicht mehr in Warschau.

“Das ist doch so 2005!”

May 1st, 2006

Schimpfwörter und so.

Friedhof der Kuscheltiere

April 11th, 2006

Das ging ja gar nicht. Erschreckend was heute so als NextBigThing über den Atlantik gejagt wird. Be Your Your Own Pet ist einfach nur Kindergarten, oder Tokio Hotel für 20- bis 25-Jährige. Zum Glück habe ich sie hier nur als [Frühlingsohrwurm #4] vorgestellt. Und diese Haustiere ziehen wenigstens ziemlich schnell wieder vorbei, wenn sie nur schlecht genug sind. Manchmal nistet sich halt Unkraut ein, aber dafür nie von Dauer, wenn man nur fit genug ist, es rauszureißen. Die Band vor diesen Kindern, Controller Controller, sollte man auf jeden Fall im Auge behalten. Ich sag nur, die Sängerin…

Dabei fiel mir heute erst wieder ein, dass ich nach den Paddingtons das Gefühl hatte, ein legendäres Konzert erlebt zu haben. [Wieso mir das erst jetzt einfällt, spielt ja hier keine Rolle.] Jedenfalls ein richtig gutes Jahr für Rockmusik wird’s bestimmt nicht mehr. Zu mindestens was neue Band angeht. Da wird 2005 nicht zu schlagen sein.

Und jetzt geh ich mal wieder ein Buch lesen…

[Nachtrag: Nagut, das Lied der Pets find ich immer noch gut.]

Iss auf, in Afrika hungern se !

March 7th, 2006

Kennt noch jemand diesen Spruch, der da wo ich herkomme scherzeshalber die Runde machte, wenn mal was nicht aufgegessen wurde oder wenn jemand Essen weg schmiss.

Nun spendeten Kenianer Lebensmittel für deutsche Arbeitslose. Berichte über die Lage von Hartz-IV-Empfängern in Berlin habe in Kenia Solidarität ausgelöst.

via Kollege ungedruckt

Auch eine Art sich einzuschleimen zu entschuldigen

January 5th, 2006

… oder so. Erst mal war von Herrn Spon Blumencron zu hören, dass er den Blogger-Aktivitäten keine große Bedeutung bei misst. Und zwei Tage später, hofiert das Magazin aus Hamburg die gesamte Blogsphäre. So ganz exklusiv, rechts oben in der Ecke. Mit den Fasttittenbildern treiben die natürlich ihre eigenen Klickzahlen schön nach oben. Mach ich jetzt auch mal.

Worum es geht, um diesen Witz. Und durch die Spon-Aktion steigt der Durchgangsverkehr auf diversen Blogs rasant. Auch bei mir. Aber mich könnt ihr nicht kaufen, ich will meine 30 Visits am Tag zurück.

Wann schaffe ich es endlich, meine Klappe auf zumachen?

November 26th, 2005

Nach so einer Schulwoche ist man echt erschöpft. Jeden Morgen um 6.45 h aufstehen, geht schon irgendwie. Dabei muss ich mich ganz schön hüten: Denn falls ich noch mal zu spät komme, will mich der KindergartenSchulleiter abmahnen. Das Problem ist nur, dass ich jede Nacht weniger als fünf Stunden geschlafen habe, weil ich mich einfach nicht daran gewöhnen kann, früher ins Bett zu gehen.

Statt mir den Freitagabend in Kölns Nachleben um die Ohren zu schlagen, sitze ich jetzt etwas übermüdet zu Hause rum und lass mir noch mal die Woche durch den Kopf gehen. Ganz überflüssigerweise mache ich mir auch noch so meine Gedanken über die letzte Ausgabe der Wirtschaftswoche (WiWo), die ich heute Morgen im Zug las.

Weiterlesen im Letzten Schub

Und morgen sind wir Chefredakteur

November 3rd, 2005

Jetzt ist die Politik also vollständig in unserer Hand. Nachdem schon die Volksmusiker ohne uns gar nicht mehr auskommen und unsere Nationalfußballer sich niemals trauen würden, ohne den sächsischen Fussballgott Ballack auf dem WM-Rasen aufzulaufen, nehmen wir uns jetzt die Medienbranche vor.

Weiterlesen hier.

“Viel Glück, Afghanistan!”

September 27th, 2005

Bild schreibt bei der von mir sehr gern gelesenen Ines Zöttl von der FTD ab. Zwei Tage vor der Kanzler/in-Wahl kann das schon mal passieren. Oder?

Halbe Kanzler

September 20th, 2005

Zwei Jahre Schröder, zwei Jahre Merz Wulf? Einen sehr interessanten Vorschlag macht der ehemalige Chefredakteur der Financial Times Deutschland, Wolfgang Münchau, in seiner Mittwochskolumne in der FTD.

Münchau, der im Vorfeld der Wahlen ein vehementer publizistischer Kämpfer für Schwarz-Gelb war, legt der CDU zunächst den Rücktritt von Angela Merkel nah, um dann [eine geteilte Kanzlerschaft] zu fordern.

[UPDATE am Morgen danach: Diese Verariante heißt jetzt wohl “Israel-Koalition”. Und wie in der FTD im redaktionellen Teil heute zu lesen ist, sei dies die Lieblingsvariante von Herr Schröder. Sie wurde bereits von CSU-Mann Peter Gauweiler ins Spiel gebracht. Unterstützt wird sie allerdings noch (?) von niemanden. Gibt es eigentlich nicht auch ein Land mit rot, grün und gelb in der Landesflagge? Auszüge aus der Münchau-Kolumne, wenn du weiter liest.]

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Guardian 4 Free

September 13th, 2005

Guardian

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