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Der Exporteinbruch nach China bleibt mysteriös

Die Bundesbank schaut sich in ihrem aktuellen Monatsbericht den Exporteinbruch deutscher Waren nach China etwas genauer an. Im Bericht findet sich auf Seite 50 ein Kasten „Zu den Ursachen für die jüngste Schwäche der deutschen Warenexporte nach China.“ Darin sehen wir eine sehr interessante Grafik:

131118 BubaAutoChinaDazu schreiben die Fachleute der Bundesbank: „Seit dem Frühjahr 2012 jedoch haben die deutschen Kfz-Exporte auf Monatsbasis deutlich nach unten tendiert.“ Und weiter: „Eine wesentliche Ursache dürfte gewesen sein, dass die deutschen Hersteller infolge von Kapazitätserweiterungen ihre Pkw-Fertigung in China im Vergleich zur Nachfrage über proportional stark – im Jahr 2012 um etwa 20% auf 2,9 Millionen Einheiten – erhöht haben. Dieser Trend scheint sich im laufenden Jahr fortgesetzt zu haben.“

Das klingt erst einmal soweit plausibel. Was aber weiterhin rätselhaft bleibt: Ich hatte Mitte des Jahres bereits dazu recherchiert und mir die Daten zu den Exporten jedes einzelnen der großen deutschen Autohersteller angeschaut. Und trotz der Erweiterung der Kapazitäten, also der steigenden Produktion für den chinesischen Markt in China, verkauften die großen deutschen Hersteller im ersten Halbjahr mehr Importautos als im ersten Halbjahr 2012. Nach der aktuellen Hochrechnung der Bundesbank dürften die Pkw-Ausfuhren dieses Jahr aber um ein Drittel einbrechen. Es bleibt ein Rätsel. Niemand konnte mit bisher dieses Phänomen ausreichend erklären.

Natürlich können die Fahrzeuge auch außerhalb Deutschlands und Chinas hergestellt und dann in die Volksrepublik verschifft worden sein. Was aber irgendwie auch nicht sehr plausibel klingt. Gefakte Exportrechnungen können auch nicht in Frage kommen, denn dabei müssten ja Güter die Volksrepublik verlassen und dafür Dollar oder Yuan über die Grenze strömen…

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  • Jochen

    Warum klingt es nicht plausibel, wenn die Fahrzeuge auch außerhalb Deutschlands und Chinas hergestellt und dann in die Volksrepublik verschifft worden sein könnten?.

  • André Kühnlenz

    In den Presseabteilungen z.B. bei VW bin da einfach nicht weiter gekommen in dem Punkt. Aber mein Eindruck war dabei, dass die meisten Exporte schon aus Deutschland heraus kommen. Z.B. der Golf oder Mercedes…

  • Jochen

    Das hängt vielleicht auch davon ab wie ein „deutsches“ Auto eigentlich definiert wird. Meines Wissens ist z. B. Skoda „halb deutsch“. Und als ich mal vor einiger Zeit die Kühlerhaube eines VW-Geländewagens geöffnet habe war ich über die multikulturelle Vielfalt der Fahrzeuginnereien, denn da kam ein Großteil der Aggregate aus den USA, Ostasien usw. Von daher ist das mit den „deutschen“ Autos heute in Wirklichkeit wahrscheinlich kaum mehr als ein Marketingtrick (Das selbe gilt ja bekanntlich auch für das Prädikat „Made in Germany“ – auch wenn es da jetzt Bestrebungen für eine Regulierung gibt).

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