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Die Münze ist tot, es lebe die Münze

Schade um die 1-Billionen-Dollar-Münze. Nun soll sie wohl doch nicht kommen, wenn es bei der ersten Stellungnahme des US-Finanzministeriums zum Thema bleibt. Das Internet ist voll von der Idee der Platin-Münze. Es sei deswegen nur auf den Beitrag meines Lieblings-MMTlers im deutschsprachigen Raum, Stephan Ewald, und die Diskussionen beim Wirtschaftsphilosophen verwiesen. Es wäre jedoch schön, wenn die Demokraten in den USA allein die Idee der Münze weiterhin als Druckmittel nutzen könnten, um endlich die absurde Schuldenobergrenze abzuschaffen.

Wir sollten nicht vergessen, worum es bei der Schuldenobergrenze überhaupt geht. Zuerst verabschiedet der Kongress den Haushalt der Bundesregierung. Dann muss das Parlament aber noch diese gesetzliche Schwelle anheben, falls die Budgetpläne dazu führen, dass die Obergrenze gerissen wird – was in den vergangenen Jahren immer wieder zu nervenaufreibenden Verhandlungen zwischen den Parteien führte. Die Absurdität dieses Verfahrens liegt auf der Hand.

Was die Münze oder auch die vor Wochen diskutierte Idee einer Schuldenstreichung (Notenbanken kaufen Staatsanleihen und wandeln sie in ewig laufende Schuldpapiere ohne Zinskupon um – was wiederum praktisch zur Schuldenstreichung führt) angeht, da bin ich immer noch skeptisch. So steigt durch beide Ideen die Geldmenge, zunächst die Reserven der Banken bei der Zentralbank – bei der Münze über die Staatsausgaben, die am Ende wieder als Überschuss bei den Banken landen. All dies birgt zunächst natürlich keine Inflationsgefahren – solange die Banken die Reserven nur bei der Zentralbank parken.

Was aber, wenn die Zentralbank irgendwann einmal die Verzinsung für die Reservehaltung der Banken drastisch erhöhen müsste? Dies könnte dann notwendig werden, wenn die Banken anfangen wieder stärker Gelder an Unternehmen und Haushalte zu verleihen und die Währungshüter fürchten könnten, dass die Wirtschaft überhitzten werde, sprich die Inflation zu stark steigt. Anderseits dürfte die Teuerung auch nur dann wirklich gefährlich werden, wenn die Wirtschaft an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, sprich sie nahe der Vollbeschäftigung ist. Irgendwie, irgendwann, ein Zustand, von dem wir alle derzeit allerdings nur träumen können.

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