Ich nehme alles zurück: Editors so groß!
June 14th, 2007Und das macht so froh. Vor dem Editors-Konzert am Mittwoch habe ich ja nicht wirklich was Großartiges erwartet. Der letzte Auftritt beim Monsters Of Spex im vergangenen August liegt noch irgendwo als feuchter blasser Sommerfleck auf meinem Friedhof längst abgeschriebener Bands herum. So ausgelaugt, so verheizt und ohne Energie: Was wollt Ihr eigentlich - Fresst Ihr zu viel Drogen? In gutmütigen Momenten bekamen sie wenigstens noch den Bonus, dass Open Airs nicht ihr Ding sind. Nur war es schwer, daran zu glauben, dass sie noch mal wiederkommen. Auferstehung, niemals. Ihr ward so was von weg! Ihr ward!
Und eigentlich hatten “nur” Asobi Seksu gelockt. Ohne sie hätte ich gekniffen. Gut, dass nicht. Denn im kleinen (!) Postbahnhof kam eine verwandelte Band auf die Bühne. Frisch und munter und voller Energie stürmten die Herrschaften drauf los. [wie scheiße klingt dieser Satz eigentlich?] Nach zwei Liedern war klar, das wird, das ist ein legendäres Konzert. Selbst wenn die alten Lieder schon zum tausendsten Mal in irgendwelchen Diskos liefen, ob Munich, Bullets oder All Sparks (dabei das erste mal das Pogo-Bein gehoben, zu einer Ballade!, wie Phil später noch bemerkte) – auch die neuen Lieder packen Dich. Und alles und überhaupt, und mein T-Shirt so nass, dass ich den ganzen Saal hätte aufwischen können, leider danach niemand mehr umarmen, wenn schon die besten Menschen mitkamen, die zu den Editors hätten mitkommen können.
Und das tut so gut nach all dem, worauf schon so lange kein Bock mehr, auf all die Kaiser Chiefs, Bloc Partys, Killers, Arctic Monkeys, und der ganze andere 04/05-Hype-Kram. Selbst im Vergleich mit Interpol (wer sonst?), gehts ganz klar für die Editors aus. Und wenn beide in den nächsten Wochen mit ihren neuen Alben gegeneinander antreten: Nachdem was gestern zu erleben war, geht das Rennen ganz klar für die Briten aus.
Und ich nehme alles zurück, dieses Coldplay-Gebrabbel und einfach alles, was ich jemals schlechtes über diese Band gesagt habe. Der geniale Soundmeister hätte natürlich noch etwas an Asobi Seksu abgeben können. Aber auch so lösten sie den ersten Euphorieschub des Abends aus. Manchmal stört schlechter Sound und gestern eben nicht, auch wenn man viele Lieder eher raten musste.
June 14th, 2007 at 10:24 am
Retreat! Retreat!
June 24th, 2007 at 7:50 am
Lustigerweise hab ich kurz vor meinem Besuch hier grad mir die Editors durchgezappt auf Myspace.
Klingt doch sehr vielversprechend. Jetzt würd mich nur noch der Vergleich mit dem neuen Interpol-Album interessieren - da war ich ja von “Antics” (im Gegensatz zu vielen anderen) eher enttäuscht das letzte Mal.
June 26th, 2007 at 8:05 pm
oh mann, und ich fand sie so furchtbar auf dem southside.. wie kann das nur sein? meine freunde fanden sie auch gut. dafür gewannen aber interpol bei mir (noch mehr) pluspunkte. geschmäcker sind anscheinend doch (sehr) verschieden. diese idylle! diese idylle!
June 26th, 2007 at 8:12 pm
aber vielleicht stimmt es ja, dass sie einfach keine band für open airs sind. und die neue interpol braucht bei mir noch. das dauert noch ein bißchen bis ich weiß, wie ich sie finde.
June 29th, 2007 at 11:58 pm
Doch. Band für Open Airs. Jedenfalls in Scheeßel. So groß!