tipr

January 16th, 2007

Ein bisschen ist mir ja schon schlecht geworden, nachdem ich den Jubelartikel über Motor im Tip-Magazin gelesen habe. Man könnte meinen, Motor geht in drei Monaten an die Börse oder so was - ist vielleicht gerade der Neue Markt wieder auferstanden und ich habs nicht mitbekommen. Schleimspur wisch ganz schnell weg.

Aber im Grunde genommen ist der Artikel auch nicht schlimmer als MotorFM-Hören: Es hinterlässt einfach nur ein schales Gefühl. Ob nun Leuten zuzuhören, hinter denen ein Veranstalter und Label und SPD-Arschkriecher Herr Renner usw. steht oder ob die als CD verkleidete Anzeige im Magazin mit einem dazugehörenden Aufmacher garniert wird, macht eigentlich keinen großen Unterschied.

Dabei kann man nicht mal sagen, dass man die Radiostation so richtig scheiße finden kann, da wo stellenweise recht gute Musik gespielt wird, oder die, die Bands nach Berlin holen, die sonst jemand anders nach Berlin geholt hätte.

Was ich mir gewünscht hätte, dass Hagen Liebing in seinem Artikel z.B. einem Label wie Cityslang statt eines kurzen Alibi-Auftritts weit mehr Platz eingeräumt hätte: Eine Rundumschau über einige der interessantesten Bands der vergangenen Jahre. Ach was sag ich, in einem Fall, was Deutschland betrifft, natürlich dieses Jahres. Sucht Metric nicht noch einen vernünftigen Partner in Deutschland? Egal.

Nur hätte dann natürlich “Neueste Deutsche Welle” kaum auf den Titel und die Millionen Plakate in der Stadt gepasst. Auf die CD hätten vielleicht noch ein paar andere Berliner Labels Platz gefunden. Vielleicht von Plattenfirmen, die noch keiner kennt, oder Labels wie etwa Firestation Records. Bei denen erscheinen z.B. auch ein gewisser Herr Burnster mit seiner Kapelle The Sealevel oder Avocadoclub, die im vergangenen Jahr die ganz kleinen weit hinten versteckten Popkammern meines Herzens geöffnet haben mit einem Song wie Too Much Space To Walk Away.

Sicher gibts da noch viel mehr Firmen und Künstler, die erst noch entdeckt werden wollen, die ich nicht kenne, über die ich aber gerne in so einem Artikel gelesen hätte. Ab so, gehts jetzt ein paar Musik-Magazin-Hanseln ganz schön PRima. Egal, wenn es einem kleinen Idioten übel aufstößt oder nicht. Wie heißt es so schön bei Herrn Liebing: “Nur ein Umzugsgrund [der Spex] steht bei allem außer Frage: Wenn es um gute Musik geht, führt kein Weg an Berlin vorbei…”.

[Den Artikel über das neue Cookies hab ich erst gar nicht angefangen, zu lesen. Ganz sicher, der “aufregenste Club der Stadt … -dem Laden auf den sich alle einigen konnten…”, wie im Editorial steht. Obwohl vielleicht voreilig, ich könnt ja auch mal wieder lachen…]

One Response to “tipr

  1. 1 schütz
    January 24th, 2007 at 12:53 am

    sehr richtig bemerkt, ich hätte es kaum besser ausdrücken können. Man hätte sogar noch auf ein gewisses Wettbewerbsrecht abstellen können, gegen das hier vermutlich verstossen wird. Dafür ist man aber zu bequem oder ängstlich und folglich leichte Beute für das aggressive Networking der Firma Motor.

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