“Nennt man so etwas ausweglose Situation?”

July 18th, 2006

Vorhin auf Spreeblick das Blog von Lila (hier das alte) entdeckt. Eine deutsche Israelin. Bin jetzt nur dazu gekommen, seit den Angriffen auf Libanon zu lesen. Werde ich jetzt öfter machen und alles Gute wünschen: Ihr steht das durch! Möge es bald zu Ende sein. Ein paar Schnipsel hier:

… Wie ich meinen Mann in Krisensituationen kenne, wird er sich im Fall einer Sirene nur auf die andere Seite drehen … So wie er auch im Golfkrieg, als die Fensterscheiben von den Einschlägen in Haifa bebten, die Gasmaske nur in der Hand hielt …

… Ich habe heute gedacht, als es hieß, im Libanon gehen die Blutkonserven aus - wäre ich Aktivistin für irgendwas und nicht nur eine Sofakartoffel, dann würde ich eine Blutspendeaktion für den Libanon auf die Beine stellen. Ich würde den Leuten, die dort im Krankenhaus liegen, gern von meinem B+ spenden …

…. Und was sagten die beiden alten Damen, mit denen ich in der Pause zusammensaß, beide übrigens Holocaust-Überlebende? “Ach, die armen Libanesen, die tun mir doch leid, ginge es doch anders, gegen die Hisbollah zu kämpfen! Ich muß immer an die Menschen denken!” …

… Ach ja - meine treuen Zuhörer aus Yokneam sind heute nicht gekommen. Sie waren bei der Beerdigung des Mannes, der gestern im Bahndepot gestorben ist…

…. Herrje, wer hätte gedacht, daß ich je so martialische Töne finde. … Aber wir haben gerade den Unterschied zwischen trügerischer Ruhe und echtem Frieden kapiert, und diese Erkenntnis setzen wir nicht mehr aufs Spiel…

… Aber eine Scheinlösung hilft niemandem. Hilft das Bomben? Ach Gott, könnte ich nur sicher sein. Nennt man so etwas ausweglose Situation? Ich dachte mal, sowas gibt es nicht. Aber es scheint, das gibt esdoch …

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