Der popmusikalische Hund - Spex an die Spree

April 8th, 2006

Wenn Uwe Viehmann, Spex-Chef, im Tip-Magazin sagt: In Köln sei der popmusikalische Hund begraben, dann widerspricht das ganz leicht dem Eindruck, den ich dort hatte. Aber ich war ja auch nicht da, früher, als Viva und Popkomm noch Kölsch tranken. Jedenfalls hatte ich in den vergangenen neun Monaten schöne Konzerte erlebt, wobei auch Bands aufkreuzten, die in Berlin gar nicht oder viel später spielten.

Da verstehe ich insbesondere den Viehmann-Satz nicht, dass immer weniger Plattenfirmen ihre Künstler nach Köln schicken würden. Eventuell war das aber auch nur ein Blick in die Kristallkugel und eine Vorhersage was der Stadt in den kommenden Jahren blühen dürfte. Schwindene Studentenzahlen, die mit den Studiengebühren in NRW unweigerlich einhergehen, sollten den Bedeutungsverlust verstärken. Bereits jetzt meine ich eine gewisse Stimmung in der Stadt auszumachen, wie ich sie bei meinem Zivildienst in Stralsund erlebt habe, wo sich jeder davon machte, der irgendwie eine Alternative hatte.

Wahrscheinlich hat sich das popkulturelle Slackertum, das früher in der Stadt rumhing, längst in die westdeutschen Dörfer Ostberlins verkrochen, um sehnsüchtig auf die neue Spex zu warten - immerhin die Hälfte der alten Redaktion bleibt am Rhein. (Die schreiben bestimmt dann für die Stadtrevue, oder zieht die dann auch nach Berlin?) Nun kann es mir eigentlich egal sein, ob die Spex nach Berlin kommt, ich habe sie sowieso selten gelesen. Aber wenn dadurch, weniger Bands in Köln spielen sollten, fänd ich das schade. Denn irgendwie bleibt Köln derzeit noch eine mögliche Wohnalternative für meine kommenden Jahre.

Damit Herr Viehmann einen neuen Job findet, müßte wiederum der FC heute gewinnen, was ich wiederum auch sehr begrüßenswert fände, wo der Klub doch schon dafür gesorgt hat, dass Kahn nicht Nationaltorwart wird.

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