Ghettos in Deutschland?
November 30th, 2005Eigentlich ganz gut, wenn es Kommissionen gibt, die sich Reformen für den Arbeitsmarkt ausdenken. Besser, wenn sie sich auch noch Gedanken über die Konsequenzen machen, die solche Reformen mit sich bringen.
An dieses Beispiel musste ich neulich denken als in Frankreich die Autos brannten:
„Diesen erwünschten Wirkungen stehen allerdings erhebliche unerwünschte Wirkungen gegenüber. Die Einkommensungleichheit wächst. Armut wird ausgeprägter. Soziale Spannungen steigen besonders in urbanen Ballungsräumen. Vor allem hier können sie zu einer Erhöhung der Kriminalität beitragen, die die Kosten der inneren Sicherheit steigen lassen. In den größeren Städten ist auch die Entstehung von Armutsvierteln und ein Anstieg der Krankenrate nicht auszuschließen. Dies könnte zu einer verstärkten Inanspruchnahme von Leistungen der Sozialversicherung führen. Ob die damit verbundenen Mehrkosten durch erhöhte Beitragseinnahmen infolge von Mehrbeschäftigung ausgeglichen werden, ist ungewiß.“
Nee, das war jetzt nicht diese sozialdemokratische Kommission unter diesem Hartz. Sondern das kam 1997 aus der Feder einer Gruppe unter Leitung des konservativen Professors Meinhard Miegel. Und die Kommission hieß auch nicht Miegelkommission sondern, Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen. Auf Seite 140 (dritter Teil), des Berichts zu Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit in Deutschland, Entwicklung, Ursachen, Maßnahmen.