Architecture in Berlin
November 23rd, 2005Nun, da dieser Herr es leider nicht geschafft hatte, rechtzeitig zum Konzert der Architecture in Helsinki am vergangenen Freitag zu erscheinen, war ich dann doch alleine dort. Natürlich nicht ganz allein. Denn es war ausverkauft. Und bestimmt zu einem Drittel kamen irgendwelche Leute aus dem Musikbusiness dorthin, so jedenfalls mein Eindruck. Das war wohl zu erahnen oder eher zu befürchten, nachdem im Stadtmagazin Tip etwas davon stand, dass die Band als “the next big thing” für 2006 in England gehandelt wird.
Bei der Vorfreude, die ich der Band entgegenbrachte, war ich doch etwas enttäuscht. Seitdem ich mir im August bei einer Zugfahrt zwischen Düsseldorf und Köln das erste Mal die Musik zu Gehör brachte, hat Architecture auf meinem beweglichen elektrisch verstärkten Abspielgerät fast jede andere Combo aus dem Kopfhörer vertrieben. Nur, wie teilweise gelangweilt war denn die Stimmung bei diesem Konzert im Bastard. Um noch einmal einen rein subjektiven Eindruck zu schildern: Ich glaube, dass viele der Leute die Band gar nicht kannten.
Ich will hier kein Publikum-Bashing veranstalten. Wie oft war ich schon auf einem Konzert, bei dem ich die Band vorher gar nicht kannte und dann ganz begeistert nach Haus ging. Aber irgendwie schwirrte an diesem Abend diese Stimmung durch den Raum, die dir zuflüstern will: „Hey, du bist hier auf einen ganz wichtigen Konzert. Kannst du froh sein, dass du hier bist. Die sind ja im Moment sooooo doll angesagt.“ Keine Ahnung, ob ich jetzt völlig daneben liege. Aber in einer der angesagtesten Indiediskos der Stadt, werden die jedenfalls noch nicht gespielt.
Diesen Ansturm von Menschen hatte ich nicht erwartet und die Band wohl auch nicht (keine Ahnung, wo oft die Australier schon in Europa gespielt haben). Für einen richtigen Hype sind die jedenfalls noch lange nicht vorbereitet. Wie rührend war denn die Freude einer der Musikerin, die sich fast kindlich so sehr darüber freute, so viele Australier (=alte Bekannte) hier zu treffen. Und den oben erwähnten Herrn traf ich dann später noch in der Möbelfabrik wieder, wo noch eine ziemlich nette Party abging. Babylon Is Burning.
