Les Georges Leningrad
November 6th, 2005Während erste Menschen, die auch Blogger sind, wegen eines “kreativen Popkultur-Hochs” am liebsten nach Kanada auswandern würden nur noch Musik aus Kanada hören, soll hier einmal in die selbe Kerbe gehauen werden. Der Herr Shhhh. hatte bereits vor längerem Metric vorgestellt, die mich ja schon seit Wochen voll gekriegt haben. Und jetzt also Magneta Lane, die beim ersten Mal hören gar nicht so schlecht sind. die ja richtig gut sind. Sollten wir also unsere Koffer packen und alle nach Kanada auswandern? Da gibt es wenigstens noch einen richtigen Winter und bloggen kann man doch von überall.

Ebenfalls aus Kanada kommen Les Georges Leningrad, nur im Vergleich zu den beiden eben erwähnten, machen die ganz schön durchgeknallten Elektropunk und haben einen schönen Namen. Fast dreimal in London gesehen. Das erste (halbe) Mal im Trash Club, wo ich sie leider verpasst hatte. Dafür waren dort eine Menge schöner Frauen in 50er-Jahre Kleidern, nicht ganz wie Pony P auf diesen Bildern von Andrew Kendall. Richtig fifties-mäßig mit Rüschen und so und sehr kool geschminkt.
War an dem Abend nicht ganz sicher, ob die Damen sich wegen der Band so angezogen hatten oder ob das ein neuer Trend in Londons Indie-Pop-Elite ist. Denn bei der Trash-Veranstaltungsreihe im Klub The End kann es schon mal vor kommen, dass man nicht reingelassen wird, weil man “too casual” aussieht. Darüber schweigen wir mal lieber. An jenem Abend bin ich jedenfalls reingelassen worden, hatte aber leider Les Georges Leningrad verpasst, weil ich mich gerade auf dem Dancefloor aufhielt, als sie spielten. Aber vielleicht lag es auch an den vielen schönen Frauen…

Alle Bilder sind übrigens in The Buzzard in Camden entstanden. Wo ich sie dann wirklich das erste Mal richtig erlebt hatte. Das war ein wildes Reinfeiern in meinen Geburtstag. Naja, nur fast feiern, weil ich ohne Begleitung dort war. Aber wild war es trotzdem. Dafür mußte ich sie am nächsten Tag im Plastic People bei And Did We Mention Our Disco gleich noch mal sehen. Da waren sie aber nicht so gut wie am Vortag. Es gab kein Bühne und das Licht war miserabel. So dass meine Freunde (ja, diesmal war ich in Begleitung, extra aus Deutschland angereist, war ja auch mein Geburtstach) nicht so recht nachvollziehen konnten, was ich ihnen da so vorgeschwärmt hatte. “Sone Musik findste in Berlin-Mitte och.” Von wegen, sag ich. Das findst du nur in Kanada!
Supa Doopa zum legalen Download.
George V ebenfalls.
PS: Und wenn wir schon bei Kanada sind, schauen wir doch gleich mal runter nach Australien, wo man eigentlich auch auswandern könnte. (Haben die überhaupt ein Winter, die Aussies?) Mittlerweile scheinen ja all die Arcade Fires dieser Welt immer größer zu werden und das Licht der Weltöffentlichkeit zu erblicken. Architecture In Helsinki machen gerade auf meinem portablen Abspielgerät Metric ganz gehörige Konkurrenz. Und dann gibt es da noch das Animal Collective aus New York, aber dazu später mehr. Vielleicht doch ne Wohnung in New York suchen?