Halbe Kanzler

September 20th, 2005

Zwei Jahre Schröder, zwei Jahre Merz Wulf? Einen sehr interessanten Vorschlag macht der ehemalige Chefredakteur der Financial Times Deutschland, Wolfgang Münchau, in seiner Mittwochskolumne in der FTD.

Münchau, der im Vorfeld der Wahlen ein vehementer publizistischer Kämpfer für Schwarz-Gelb war, legt der CDU zunächst den Rücktritt von Angela Merkel nah, um dann [eine geteilte Kanzlerschaft] zu fordern.

[UPDATE am Morgen danach: Diese Verariante heißt jetzt wohl “Israel-Koalition”. Und wie in der FTD im redaktionellen Teil heute zu lesen ist, sei dies die Lieblingsvariante von Herr Schröder. Sie wurde bereits von CSU-Mann Peter Gauweiler ins Spiel gebracht. Unterstützt wird sie allerdings noch (?) von niemanden. Gibt es eigentlich nicht auch ein Land mit rot, grün und gelb in der Landesflagge? Auszüge aus der Münchau-Kolumne, wenn du weiter liest.]

Unter den gegebenen Umständen ist nur die große Koalition realistisch. Aber unter wessen Führung? Mein Vorschlag ist, dass die Union mit Schröder einen Deal machen sollte, und der sieht so aus: Schröder bleibt noch zwei Jahre Bundeskanzler, Wolfgang Schäuble wird sein Außenminister, Friedrich Merz Finanzminister, Wolfgang Clement bleibt Wirtschaftsminister. Vielleicht bleiben auch Peter Struck und Otto Schily in ihren Ämtern. Das wäre gar keine so schlechte Regierung.
(…)
Was für Schröder spricht, ist die Tatsache, dass seine Partei ihn nun wieder loyal unterstützt. Ohne Schröder läuft in der SPD nichts mehr. Das ist in der CDU ganz anders. Merkel hat das drittschlechteste Wahlergebnis der Parteigeschichte eingefahren…

Eine Namen für einen möglichen CDU-Kanzler hat Münchau zwar auch nicht parat. Dafür bringt er jedoch noch ein historisches Beispiel für die geteilte Kanzlerschaft: In Israel, wo in den 80er Jahren solch Modell praktziert wurde, habe das ganz gut geklappt.

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