No Fun At All beim Kanzlerkandidaten

September 19th, 2005

Was macht man an einem Wahlabend? Man geht zum Kanzlerkandidaten. Und der einzige Bewerber, der sich gestern in Köln sehen ließ, war der Spitzenkandidat der APPD, der Anarchistischen Pogo Partei Deutschlands. Also ging ich gestern zu den Kassierern, einer Punk-Band aus Wattenscheid.

Sänger Wolfgang Wendland hatte sich für die APPD um das dritthöchste Amt im Lande beworben und feierte gestern sein überragendes Wahlergebnis in der Live Music Hall (keine Wahlparty, sondern als Vorband von No Fun At All). Wer die Band kennt, weiß dass man die am besten so beschreiben kann: “Sie sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind.” Hört euch die Lieder an, dann wisst Ihr was ich meine.

Kassierer 2 Kassierer 1

Irgendwann war Herr Wendland dann auch nackt zu sehen gewesen. Wie mir bereits vorher gesagt wurde, macht er das wohl immer. (Deshalb hier nur ganz kleine verschwommene Bilder, die großen liegen bei Flickr). Zum politischen Teil des Abends gab es “Das politische Lied”. Das ging so: “Wer hat uns verraten, Sozialdemokraten, und wer war mit dabei, die Grüne Partei.” Nicht wirklich originell.

Was anfangs noch ganz lustig und schön absurd war, wurde nach einer Weile etwas langweilig. Mit der Gewöhnung an die Masche der Kassierer, verging allmählich auch der Spaß. Als Hauptakt kam danach noch No Fun At All. Eine schwedische Hardcoreband, die ich davor noch gar nicht kannte. Ich bin nur deswegen dahin gegangen, um einen schönen absurden Wahlabend zu erleben.

No Fun At All 2

Und so sah ich nach Jahren mal wieder ein Hardcoreband, die mir dazu auch noch gefallen hat. Die machen genau diese Art von Hardcore wie ich ihn früher gern mal gehört hatte. Richtig gekriegt haben die Jungs allerdings erst mit einer Coverversion von „Gimme, Gimme, Gimme“ (Black Flag), die sie als Zugabe spielten. Es folgten Lieder von den Sex Pistols, wo ich den Titel aber nicht weiß und von ??? (ach, ich alter Punk-Banause).

No Fun At All 3

Am Rande ein Gespräch auf der Toilette gehört zwischen jungen Punks: „Hey, warst du wählen? Was hast de denn gewählt?“ „Klar, war ich wählen. Aber sag ich nicht!“ „Los sag mal?“, das ging ne Weile hin und her, bis der Andere meinte: “Na, der Schröder ist schon ganz okay.“ Ich glaube, vor fünfzehn Jahren hätte man das auf einem Hardcore-Konzert nicht gehört.

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